90 Jahre Kolpingfamilie Neuhof

Kolping-Gedenktag: Rückblick auf 90 Jahre Kolpingfamilie Neuhof

Mit der Teilnahme an der Feier des Hochamtes in der St. Michaelskirche in Neuhof am zweiten Adventssonntag, dem 9. Dezember 2018, starteten die Mitglieder der Kolpingsfamilie Neuhof ihre Feier des diesjährigen Kolpinggedenktages. 


Kaplan Ingo Heinrich begrüßte alle Kirchenbesucher, besonders die Mitglieder der Kolpingsfamilie Neuhof und die Mitglieder des Bergmannsvereins, die mit ihren Fahnenabordnungen in die Kirche eingezogen waren. Während sich die Bergleute in jedem Jahr um den 4. Dezember – dem St. Barbaratag – in einem Gottesdienst versammeln, um ihrer Schutzpatronin, der heiligen Barbara zu danken, erinnern die Kolpingbrüder und -schwestern an den Gründer des Kolpingwerkes, Adolph Kolping, dessen Todestag der 4. Dezember ist, und würdigen sein bis heute weltweit viel Gutes bewirkendes Lebenswerk. Die Predigt des Zelebranten, in der er auf die Verehrung der heiligen Barbara und des seligen Adolph Kolping einging, sowie die Liedbeiträge des Bergmannschores unterstrichen den besonderen Charakter der Eucharistiefeier. Dass Mitglieder der Kolpingsfamilie die beiden Lesungen vortrugen und die Fürbitten, die sowohl die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest wie auch die jeweiligen Anliegen der beiden Vereine zum Inhalt hatten, machte deutlich: Dieser Sonntagsgottesdienst war ein besonderer.


Nach dem Gottesdienst versammelten sich die „Kolpinger“ im Pfarrzentrum St. Vinzenz, wo sie der Vorsitzende der Neuhofer Kolpingsfamilie, Robert Kress, mit einem „Treu Kolping“ begrüßte. Wie aus der Einladung zu ersehen war, sollte die nun folgende Feierstunde durch das Gedenken an Adolph Kolping, sein verdienstvolles Wirken und - in diesem Jahr ausdrücklich - durch eine Rückschau auf die Gründung und das langjährige Engagement der Neuhofer Kolpingsfamilie im Sinne ihres Patrons geprägt sein. Im Rahmen der Totenehrung wurde der in diesem Jahr verstorbenen Mitglieder Gregor Weber und Anita Enders sowie der Gründungsväter und aller bisher gestorbenen Mitglieder der Neuhofer Kolpingsfamilie gedacht.

Kolping Neuhof

Sodann begann der Vorsitzende, die Geschichte der Kolpingsfamilie Neuhof zu skizzieren. Wie im Protokoll vom 31. 08. 1928 nachzulesen ist, riefen die Jungmänner Emil Burkard, August Diegelmann, Emil Diegelmann, Josef Hack, Emil Heil, Otto Jahn, Josef Kress, Karl Möller, Karl Vogel und Pius Will im Beisein von Dechant Dicke und Kaplan Mazurowski, Diözesanpräses Becker aus Fulda und Landespräses Bachus aus Frankfurt am Main den katholischen Gesellenverein ins Leben. Und wie der Tagespresse zu entnehmen war erklärten „32 Jungmänner sofort ihren Beitritt, um im Sinne des großen Jugend- und Arbeiterfreundes Adolph Kolping viel Gutes bewirken zu können“. Und schon musste gehandelt werden. Die Herausforderungen standen vor der Tür. Bei der damals großen Zahl der Arbeitslosen wurden z.B. Kurse zur Fortbildung angeboten, und auf der Wanderschaft in Not geratene Gesellen wurden in Neuhof aufgenommen und versorgt.


Dass in der Zeit des Nationalsozialismus die Gesellenvereine aufgelöst oder zumindest massiv bei ihrer Arbeit behindert wurden, blieb auch den Neuhofern nicht erspart. Um so verdienstvoller war die „Wiederbelebung“ nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Dabei hatten sich besonders Karl Möller, unterstützt von Kaplan Bleuel, eingesetzt, und am 15.02.1947 wurde der erste Nachkriegsvorstand gewählt. Ihm gehörten Karl Möller (Senior), Karl Schüler und Willi Bagus als Beisitzer, Lorenz Kress als Schriftführer, Anton Schad als Kassierer und Emil Heil sowie Gustav Kress als Kassenprüfer an. Von nun an ging es aufwärts, das Betätigungsfeld der Kolpingsfamilien – so hatten sich die früheren Gesellenvereine während des 3. Reiches umbenannt – war groß und vielfältig. Und die Aktivitäten der Neuhofer Kolpingsfamilie konnten sich sehen lassen und waren in der Regel sehr erfolgreich.


Im Anschluss an diese interessante Rückschau ging Kolpingbruder Johannes Urner mit den Anwesenden der Frage nach, wie es heute um die Kolpingsfamilie Neuhof bestellt ist. Es wurden Antworten auf die drei folgenden Fragen gesucht, um eine Art Situationsbild zu entwerfen: 


1. Wann bist du in die Kolpingsfamilie eingetreten und warum? 

2. Wie beurteilst du deine Mitgliedschaft? 

3. Nenne Gründe, warum deiner Ansicht nach in der heutigen Zeit junge Menschen nicht mehr an einem Eintritt in eine Kolpingsfamilie interessiert sind. 


Zusammenfassend ließ sich festhalten, dass der Anschluss an die Kolpingsfamilie – im Durchschnitt war das vor 42 Jahren –  in der Regel aus der Mitgliedschaft in einer Gruppe der katholischen Jugend erfolgte. Bewusst wurde die Mitarbeit in einer katholisch geprägten Gruppe gesucht. Und was erfreulich war, alle waren von den vielfältigen Möglichkeiten der Mitarbeit, des geselligen Zusammenseins und des langjährigen Zusammenhalts in der Neuhofer Kolpingsfamilie angetan. Die Sorge, dass so gut wie keine jungen Menschen in eine Kolpingsfamilie eintreten möchten, führten die Anwesenden u.a. auf generelles Desinteresse an einer Mitarbeit in einem Verein, auf vielfältige Angebote anderer Art zur „Freizeitgestaltung“ sowie auf die Veränderungen in der Gesellschaft insgesamt zurück. Einig waren sich aber alle Anwesenden: Wir sind froh, einer Kolpingsfamilie und dem internationalen Kolpingwerk mit seiner weltweit äußerst wertvollen und erfolgreichen Arbeit angehören zu dürfen. Und wir sind dankbar, dass Gott Adolph Kolping und sein Werk offensichtlich stets wohlwollend begleitete, unserer Kolpingsfamilie seinen Segen nicht verweigerte, und es uns möglich machte, uns in unserer Kolpingsfamilie immer wieder im Sinne Adolph Kolpings zu engagieren Mit Adolph Kolping sind wir überzeugt: „So lange Gott uns Kräfte verleiht, schaffen wir rüstig weiter. Die Zukunft gehört Gott und den Mutigen“.


Bei all dieser Rückschau und den lebhaften Diskussionen wurde nicht vergessen, auch daran zu denken, dass der 2. Adventssonntag begangen wurde. Mit passenden Liedern – am Akkordeon begleitet von Kolpingbruder Konrad Möller – und entsprechenden Texten wurde auch der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest gedacht. Mit einem gemeinsamen Mittagessen wurden die Feierlichkeiten schließlich beendet.   Johannes Urner, Neuhof

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